Generali Deutschland sagt Börse ade

BerlinDer Kölner Versicherer Generali Deutschland verschwindet vom Kurszettel. Die Aktionäre stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Übertragung der Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre auf die Muttergesellschaft Assicurazioni Generali zu, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte.

Sie erhalten dafür eine Barabfindung von 107,77 Euro je Generali-Deutschland-Aktie. Assicurazioni Generali gehörten zum Zeitpunkt der außerordentlichen Hauptversammlung mehr als 96 Prozent der Generali-Deutschland-Aktien. Der italienische Konzern war daher berechtigt, einen Ausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) zu verlangen.

Die italienische Assucurazioni Generali möchte die Kleinaktionäre der Generali Deutschland gegen eine Zwangsabfindung aus der Aktie drängen. Die Italiener halten 95 Prozent der Anteile.

Deutschland ist für Generali einer der drei wichtigsten Märkte. Die deutsche Tochter erwirtschaftet ein Viertel der Beiträge im Konzern und verdiente im vergangenen Jahr gut eine halbe Milliarde Euro. Generali Deutschland war unter dem Namen AMB Generali bis Ende 2008 im Nebenwerteindex MDax notiert. Seinen Ursprung hat das Unternehmen in der Aachener und Münchener Versicherung, zum Konzern gehören Marken wie Cosmos Direkt, Central Kranken und die Bausparkasse Badenia.