Debeka will Datenhandel-Affäre mit Hotline einfangen

Nach massiven Vorwürfen des illegalen Datenhandels hat die Debeka Versicherung zur Aufklärung eine nach eigenen Angaben neutrale Hotline eingerichtet. Sie habe ihre Mitarbeiter „regelmäßig zur Mitwirkung aufgefordert“, teilte die Versicherungsgruppe am Dienstag in Koblenz mit. „Diese vertrauliche Hotline wird von einem externen erfahrenen Anwalt, der keine sonstigen Mandate für die Debeka wahrnimmt, organisiert“, hieß es weiter.

Beschäftigten, die etwas meldeten und sich dabei selbst belasteten, werde weitgehender arbeitsrechtlicher Schutz zugesichert. Dies unterstütze die Untersuchungen, mit denen die Debeka die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt hatte. Es geht um den mutmaßlichen Kauf von Adressen angehender Beamter in großem Stil, um auf diese Weise einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Stefan Brink, Mitarbeiter des rheinland-pfälzischen Datenschutzbeauftragten Edgar Wagner, sagte, die Ermittlungen seiner Behörde dauerten an. Auch die Staatsanwaltschaft Koblenz und die Finanzaufsicht Bafin untersuchen die Vorwürfe weiter. Die Debeka versicherte, eng und konzentriert mit allen drei Behörden zusammenzuarbeiten, um den Fall schnellstmöglich aufzuklären.