Versicherer investiert weitere 100 Millionen Euro

Die Deutschland-Tochter der Allianz will weitere 80 bis 100 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Produktangebots und der dahinter stehenden Prozesse stecken. „Wir wollen den Umbau noch stärker vorantreiben“, sagte Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß der „Börsen-Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Das Geld ist für die Jahre 2015 bis 2017 zusätzlich eingeplant. Bereits für 2014 bis 2016 hatte die Allianz Deutschland ein Budget von 100 Millionen Euro für ein verbessertes Online-Angebot reserviert.

Bisher hatte sie sich im Internet auf die Autoversicherung konzentriert, wo die Allianz in einem scharfen Wettbewerb mit dem Rivalen HUK steht. Künftig sollen Kunden auch Hausrat- und Risikoleben-Policen im Internet abschließen können. „Die wichtigsten Produkte wollen wir bis zum Jahr 2016 online stellen“, sagte Rieß. „Ich rechne damit, dass wir zwischen 2016 und 2018 all jene Produkte im Internet anbieten können, die wir dort platzieren wollen.“ Dazu müssten sie auch vereinfacht werden.

Der größte deutsche Versicherer setzt auf eine Zielgruppe, die sich online informiert, aber den Versicherungsvertreter als Ansprechpartner nicht missen möchte. In der Autoversicherung seien das 35 bis 40 Prozent der Versicherten, sagte Rieß. Die reine Online-Kundschaft schätzt die Allianz auf 10 bis 15 Prozent, der Rest verlässt sich weiter ganz auf den Vertreter.

In der Schaden- und Unfallversicherung sei für die Allianz mittelfristig ein Wachstum von zwei bis drei Prozent möglich, sagte Rieß. Im laufenden Jahr liege der Versicherer nach neun Monaten mit einem Plus von vier Prozent sogar darüber. „Die Sachversicherung ist allerdings aufgrund einer Großgeschäfte aktuell etwas besser unterwegs, als ich für den Gesamtjahres-Verlauf prognostiziere“, sagte der Deutschland-Chef. Die angepeilten Beitragseinnahmen von 9,5 Milliarden Euro sollten aber in jedem Fall in diesem Jahr erreicht werden.