Munich Re fürchtet teure Wetterereignisse in den USA

Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re sorgt sich um den Anstieg der Wetterschäden in den USA und Nordamerika. In der Studie “Severe Weather in North Amerika” analysiert der Konzern verschiedene Wetterrisiken und ihre Entwicklung zwischen 1980 und 2011. Das Ergebnis: Wetterbedingte Schadenereignisse haben in Nordamerika stärker zugenommen als in anderen Teilen der Welt. Ihre Anzahl habe sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verfünffacht, so die Experten.
Damit steigen auch die Belastungen für Versicherer und Rückversicherer. Die versicherten Schäden lagen im untersuchten Zeitraum bei 510 Mrd. Dollar (389 Mrd. Euro), das macht 69 Prozent aller versicherten Wetterschäden weltweit aus.
Dass die Schäden steigen, liegt nach Ansicht der Munich Re einerseits amKlimawandel, durch den die Ereignisse immer heftiger ausfallen. Andererseits sind auch das Bevölkerungswachstum, zunehmender Wohlstand und eine damit einhergehende hohe Versicherungsdichte in der Region für hohe Schäden verantwortlich.
Zudem ist die Region auch mehr als andere vielen verschiedenen Wetterphänomenen ausgesetzt. Waldbrände und Überschwemmungen treten hier genauso häufig auf wie Hurrikans, Tropen- oder Winterstürme. Ein Grund dafür ist, dass es in Nordamerika keinen Gebirgszug in Ost-West-Richtung wie die Alpen in Europa oder den Himalaya in Asien gibt, der kalte Luft im Norden von der warmen Luft im Süden trennen würde.
Trotzdem ist Nordamerika für den Rückversicherer ein attraktiver Markt. “Weit über die Hälfte derNaturkatastrophen-Prämien kommen aus den USA”, sagte Peter Röder bei der Vorstellung der Studie. Er ist Vorstandsmitglied der Munich Re und für den nordamerikanischen Markt verantwortlich. Die langfristig zunehmenden extremen Wetterereignisse schlagen sich derzeit jedoch nicht in den Prämien nieder “Momentan halten wir die Marktpreise dort für auskömmlich, sogar für besser als in anderen Teilen der Welt”, sagte Röder.
Allerdings werde es langfristig schwierig, Risiken abzusichern, ohne die Menschen in der Region aufzuklären, ohne Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen. “Wir versuchen die USA zu überzeugen, dass man etwas tun muss”, sagte Röder.