Allianz spinge sulla ristrutturazione dei rami danni

Knapp drei Jahre nach Vorlage seines ersten Strategieplans forciert Allianz-Boss Oliver Bäte den weiteren Umbau des Konzerns. Nachdem Europas größter Versicherer bereits die Sparten Vermögensverwaltung und Lebensversicherung neu ausgerichtet hatte, knöpft sich Bäte nun als nächstes die Schaden- und Unfall-Sparte vor – und stimmt die Aktionäre dabei auf harte Schritte in diesem Segment ein.
„Wir werden 2018 und in den Folgejahren die Sachversicherung ebenfalls zukunftssicher machen“, sagte Bäte auf der Hauptversammlung am Mittwoch in München und deutete an, dass er sich auf eine neue Kraftprobe einstellt. „Es wird nicht immer geräuschlos vonstattengehen“, kündigte er an.
Der Umbau werde Zeit beanspruchen und „Mühe bereiten“. Die Schaden- und Unfallversicherung ist traditionell der größte Ertragsbringer für Europas größten Versicherer und der Bereich, in dem Bäte am liebsten zukaufen will.
Der Vorstandschef macht damit weiter Druck beim Umbau von Europas größtem Versicherungskonzern. Seit 2015 steht der 53-Jährige Bäte an der Spitze. Das 128 Jahre alte Unternehmen hat er seither stark umgebaut und die Themen Digitalisierung und Kundenservice in den Mittelpunkt gerückt.
Zudem setzte er vor wenigen Tagen mit der Ankündigung ein politisches Zeichen, sich von Kohlegeschäften abzuwenden. Er will keine Kraftwerke und Minen mehr versichern. Auch Investitionen in Firmen, die ihr Geld mit Kohle verdienen, sollen auslaufen.
Bei den Investoren kam das gut an. „Ich denke, dass das der richtige Weg ist“, wertete Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK) auf der Hauptversammlung. Zustimmung kam auch von der Umweltorganisation Urgewald. „Ehre, wem Ehre gebührt, herzlichen Glückwunsch“, lobte Regine Richter.
Soviel Verständnis für die Umwelt erwarte sie sich auch von anderen Versicherern. Sie kritisierte jedoch, dass die geplante Frist bis zum endgültigen Ausstieg aus der Kohle im Jahr 2040 noch zu weit weg liege. Auch investiere der Wettbewerber Axa nicht mehr in Teersande, wozu sich die Allianz noch nicht konkret geäußert habe.
Doch insgesamt gingen die Aktionäre recht freundlich mit dem Vorstand um. Denn operativ lässt sich Bäte an seinen ersten Mehrjahresplan messen, den er Ende 2015 vorlegte – und die Zwischenbilanz fällt nicht schlecht aus. Laut der sogenannten „Renewal Agenda“ will der ehemalige Unternehmensberater bis Ende 2018 bei fünf Kennzahlen im Unternehmen, darunter der Gewinn pro Aktie sowie die Eigenkapitalrendite, eine deutliche Verbesserung erreichen.
Kurz vor Ablauf dieser Frist ist Bäte bei praktisch allen Eckpunkten auf Kurs – bleibt jedoch bei der Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Jahr weiter vorsichtig. Angepeilt werden wieder 11,1 Milliarden Euro – mit einer Schwankungsbreite von einer halben Milliarde nach oben und unten.
Im laufenden Jahr bremst der schwache Dollar den Gewinn der Allianz etwas. „Wir bleiben vorsichtig, denn die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft sind hoch“, sagte Bäte. „Und die Entwicklung des US-Dollar-Euro-Wechselkurses spielt uns gegenwärtig ebenfalls nicht in die Karten.“ Bei einem konstanten Dollarkurs würde das operative Ergebnis sogar 11,3 Milliarden Euro ausmachen.
Der Konzern sieht angesichts der unsicheren politischen Weltlage allerdings mit Unsicherheit auf die noch kommenden Monate. „Das Ergebnis mag um 500 Millionen Euro ins Plus oder Minus schwanken.“ Schon 2017 trat die Allianz beim operativen Gewinn mit 11,1 Milliarden Euro auf der Stelle, erfüllte damit aber die Erwartungen der Experten.
Die Zuwächse in der Leben-Sparte sowie bei Pimco und Allianz Global Investors reichten 2017 gerade aus, den Gewinnrückgang in der Sachversicherung wettzumachen. Grund für das Minus waren unter anderem die teuren Wirbelstürme in den USA und der Karibik im Herbst und Unwetter in Deutschland, bei denen die Allianz im Branchenvergleich aber mit einer Rechnung von 1,1 Milliarden Euro glimpflich davonkam.
Doch nun will sich Bäte der Sachversicherung annehmen. Der größte Gewinnbringer der Allianz hatte in den vergangenen Jahren stetig Marktanteile verloren. Auch das Direktgeschäft will die Allianz künftig bündeln. Seine genauen Pläne will Bäte Ende November vorstellen.
Doch wohin die Reise geht, machte Bäte bereits auf der Hauptversammlung klar. „Noch sind unsere Produkte und Prozesse zum Teil nicht so einfach und intuitiv, wie sich das viele Kunden wünschen“, räumte Bäte ein. Noch arbeite der Konzern an vielen Stellen viel zu komplex. „Das macht uns ineffizient.“ Die Allianz habe die Produktivität in den vergangenen Jahren nicht so verbessert, wie sich der Vorstand das vorgenommen habe. Auch sei die Kostenquote seit 2015 in der Sachversicherung weiter gestiegen. Sie solle aber zukünftig nach unten gehen.
Um die Profitabilität zu erhöhen und der befürchteten Konkurrenz durch große Internet-Plattformen und kleine Start-ups vorzubeugen, will Bäte die Vielzahl der verschiedenen Policen reduzieren. Zudem verordnet er den ziemlich eigenständigen 70 Ländergesellschaften weltweit standardisierte Produkte. „Wir arbeiten an vielen Stellen viel zu komplex“, sagte er am Mittwoch bei der Hauptversammlung in München. „Die Straußeneier des Wettbewerbs sind Produktivität, Einfachheit und Innovation.“
Als positives Beispiel hob der Manager Spanien hervor, wo die Allianz nur noch zwei Tarife in der Kfz-Versicherung anstelle mehrerer Dutzend wie in anderen Ländern anbietet. Die Allianz hat 70 Ländergesellschaften, die seit jeher weitgehend selbstständig operieren. Bäte will diese Ländergesellschaften nun durch stärkere Zentralisierung an die Kandare nehmen. Produkte, Systeme und Prozesse würden drastisch vereinfacht und harmonisiert, sagte der Konzernchef.
Ziel der Operation ist nicht nur, mehr Policen zu verkaufen, sondern auch die Profitabilität zu steigern: Die Eigenkapitalrendite – also das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital – soll auf 13 Prozent steigen. Die gesamte Allianz müsse „einfacher und schrittweise digitaler werden.“
Es sind Sätze, an denen die Aktionäre Bäte spätestens auf der nächsten Hauptversammlung messen werden.
Fonte:
Handelsblatt