Umbau: Roland kauft Rechtsschutzversicherer

Der Kölner Spezialversicherer Roland übernimmt 100 Prozent der Talanx-Töchter HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung und der HDI-Gerling Rechtsschutz Schadenregulierung. Den Kaufpreis nannten die beiden Seiten nicht.

HDI-Gerling Rechtsschutz bringt 477.000 Verträge mit 59 Mio. Euro Beitrag mit. Roland kommt auf 297 Mio. Euro, davon entfällt der größte Teil auf diese Spezialsparte. Nach eigenen Angaben steigert das Unternehmen damit seinen Marktanteil von 8,3 Prozent auf 10,1 Prozent. Damit sei das Unternehmen jetzt statt Nummer vier Nummer drei im deutschen Rechtsschutzmarkt.

Künftig verkaufen die HDI-Gerling-Unternehmen jetzt Roland-Policen an Privatleute. Allerdings bleibt HDI-Gerling im Industriegeschäft selbst Anbieter. Hier gehöre Rechtsschutz zum Kerngeschäft, teilte Talanx mit.

Für Talanx ist der Verkauf Teil der Aufräum- und Konsolidierungsanstrengungen im Privatkundenbereich, die der Konzern vor dem angepeilten Börsengang dringend braucht. Eine Fortführung im eigenen Unternehmen hätte hohe Investitionen bedeutet, sagte Heinz-Peter Roß, Mitglied des Talanx-Konzernvorstands und Chef der Talanx Deutschland.

Die beiden Seiten vereinbarten für fünf Jahre einen Schutz der Arbeitsplätze und des Standortes Hannover. Alle Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt, ließ Roland-Chef Gerhard Horrion mitteilen.

Für Horrion ist der Deal sehr wichtig, weil er den Vertrieb über Versicherer stärk, die nicht Aktionäre bei Roland sind.

Denn vor wenigen Monaten haben die großen Roland-Eigener durchgesetzt, dass sie an Geschäft, das aus ihren eigenen Vertrieben kommt, viel stärker beteiligt werden. Roland muss künftig bis zu 90 Prozent der Prämie, die ihm Vertreter von Versicherern aus seinem Aktionärskreis einbringen, auf dem Weg der Rückversicherung an diese Gesellschaften weitergeben. So partizipieren die Aktionäre auch beim Umsatz und beim technischen Gewinn an den Verträgen, die ihre eigenen Vertriebe liefern.

Größter Aktionär bei Roland ist Axa Deutschland mit 41 Prozent, gefolgt von Gothaer mit 29 Prozent, Bâloise mit 15 Prozent und Barmenia mit zehn Prozent.