Rechtsstreits belasten AWD

Der Schweizer Versicherer Swiss Life muss mit dem Finanzvertrieb AWD erneut eine Schlappe hinnehmen. Die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten, in die der Vertrieb in Österreich und Deutschland verwickelt ist, belasteten sein Ergebnis. Der AWD-Gewinn brach von 49,1 Mio. Euro im Jahr 2010 auf nur 7 Mio. Euro im vergangenen Jahr ein, weil der Vertrieb 47,2 Mio. Euro an Rückstellungen für Rechtsfälle bilden musste.

Swiss Life hatte den von Carsten Maschmeyer gegründeten Vertrieb im Jahr 2008 für 1,2 Mrd. Euro gekauft. Bisher hatte der Versicherer an seinem Engagement wenig Freude: 2008 und 2009 schrieb AWD rote Zahlen. Maschmeyer, der nach dem Verkauf des AWD an Swiss Life im Verwaltungsrat des Versicherers saß, hat sich inzwischen zurückgezogen und seine Swiss Life-Aktien größtenteils verkauft.

Ohne die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten hätte AWD 2011 54,2 Mio. Euro Gewinn gemacht. Die Umsatzerlöse stiegen um 3 Prozent auf 560,9 Mio. Euro. “Vor allem Deutschland hat hier einen großen Beitrag geleistet, während Österreich und die osteuropäischen Märkte hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind”, sagte Swiss Life-Finanzchef Thomas Buess. Die Zahl der AWD-Vertreter sank von 5292 auf 4932.

Für die Zukunft zeigte sich Buess nicht sehr optimistisch. “Das EBIT-Ziel von 80 bis 100 Mio. Euro bis 2012 für den AWD ist nicht mehr erreichbar”, sagte er. Er betonte aber, dass keine Abschreibungen auf das AWD-Engagement vorgenommen werden müssten.

Der Betriebsgewinn von Swiss Life stieg nur leicht von 694 Mio. Franken (576 Mio. Euro) auf 699 Mio. Franken. Die Prämieneinnahmen sanken von 20,2 Mrd. Franken auf 17,1 Mrd. Franken. Swiss Life legte nur im Heimatmarkt zu. In Deutschland gingen die Prämieneinnahmen um 6 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro zurück. Das an Swiss Life über AWD vermittelte Neugeschäft sank hierzulande von 431 Mio. Euro auf 399 Mio. Euro. Im Heimatmarkt Schweiz war der Vertrieb erfolgreicher: Hier stieg das vermittelte Neugeschäft von 197 Mio. Franken auf 386 Mio. Franken.