Allianz-Finanzvorstand kritisiert „Banker-Bashing”

Der Finanzvorstand der Allianz, Dieter Wemmer, stört sich an der ständigen Kritik an den Banken. „Wir beschäftigen uns zu lange mit den Fehlern des Bankensektors“, sagte Wemmer dem Handelsblatt. „Es nutzt nichts, jahrelang zu diskutieren, davon wird es nicht besser.“

Der 56-jährige Wemmer ist seit 2012 Vorstandsmitglied der Allianz SE. Zuvor war er 25 Jahre lang für die Zurich Versicherung tätig, in letzter Funktion ebenfalls als Finanzchef. Seit Anfang 2013, als er mit seinem Vorstandskollegen Oliver Bäte den Zuständigkeitsbereich tauschte, verantwortet er nun den Finanzbereich bei der Allianz. Damals wurde gemutmaßt, mit dem Wechsel könne man Wemmer auf eine Aufgabe an der Unternehmensspitze vorbereiten, wenn der Vertrag von Allianz-Chef Michael Diekmann Ende 2014 ausläuft. Eine mögliche Nachfolge ließ Wemmer jedoch offen. „Vorstandsverträge laufen nun einmal aus, das sagt nicht unbedingt etwas über die Verweildauer im Unternehmen aus“, sagte er.

Die niedrigen Zinsen setzten der Allianz laut Wemmer weniger zu als der Konkurrenz. „Wir profitieren schon die letzten Jahre im Neugeschäft von unserer Bilanzstärke.“ Nehme man die Bilanz als Referenzwert, läge der Marktanteil im Bestand bei 17 Prozent, im Neugeschäft hingegen bei 25 Prozent.